
… war heute bei dem Trauerzug für Stettens wohl beliebtesten Mitbürger, den Lindenwirt Hansi Graf, der nur 46 Jahre alt wurde. So war Hansi, als er noch lebte (bei einem Auftritt mit Marius Müller-Westernhagen in Stuttgart):
Seit zwei Tagen sind wir zurück aus unserem Urlaub in London. Seitdem kämpfe ich mit einem leichten Kulturschock. Nein, es ist eben kein „umgekehrter“ Kulturschock, also etwas, das einen überfällt, wenn man nach längerer Zeit in einer völlig anderen Umgebung wieder nach Hause zurück kommt. Das würde voraussetzen, dass ich bei meiner Ankunft in London erst einmal einen „richtigen“ Kulturschock gehabt hätte. Hatte ich aber nicht. In London, wie auch in vielen anderen größeren und großen Städten, die ich so kenne, bewege ich mich wie ein Fisch im Wasser. Ich gehöre da hin. Gerade in London wird mir das jedes Mal besonders deutlich. Ich navigiere ohne größere Schwierigkeiten im Labyrinth der Londoner U-Bahn-Stationen (wobei ich zugeben muss, dass dort wie auch überall sonst in London fast alles exzellent ausgeschildert ist) und zwischen den vielen Menschen auf den Straßen. Es ist „meine“ Stadt – je mehr Rummel, desto besser!
Im Dorf dagegen komme ich mir irgendwie merkwürdig vor. Ich gehe nicht so gerne aus dem Haus, was nicht daran liegt, dass es weniger interessant oder – verständlicherweise – weniger los ist. Ich bin schließlich nicht jemand, der ständig „Unterhaltung“ braucht! Abgesehen von dem gerade in unserer Ecke katastrophalen ÖPNV (Busse fahren in der Woche nur alle paar Stunden und am Wochenende kann man es ganz vergessen, und selbst für eine Fahrt ins ca. 18 km entfernte Sigmaringen muss man in Storzingen erst einmal vom Bus in den Zug umsteigen) ist es okay, man bekommt fast alle Dinge des täglichen Bedarfs am Ort und für Spaziergänge, vor allem mit Hunden, ist es hier wirklich schön. Dennoch – solange ich mich hier außerhalb des Hauses bewege, bin ich ständig im „Schauspielmodus“, während ich in London einfach ich bin. Das ist nichts, das ich steuern kann, das ist einfach so. Man achtet mehr darauf, was Leute wohl über einen denken, denn man könnte sie wiedertreffen – etwas, das in London nicht ins Gewicht fällt, denn außer denen, mit denen man ohnehin engeren Kontakt pflegt, „kennt“ einen dort keiner – und im Normalfall achtet man auch nicht so sehr auf die Eigenheiten des anderen bzw. man nimmt sie zur Kenntnis, aber urteilt nicht darüber, denn sehr wahrscheinlich wird man diesen bestimmten Menschen nicht so schnell wiedertreffen. Und diese tolerante Anonymität auf der einen und die soziale Enge auf der anderen Seite ist wohl der Grund, warum ich mich in London immer wie ein Fisch im Wasser fühle und in Stetten wie ein Fisch auf dem Fahrrad!

Dies steht auf den neuen Steuermarken, die wir zu Beginn des Jahres von der Gemeinde Stetten am kalten Markt für unsere Hunde bekommen haben. Leider ist dies jedoch auch für den gutwilligsten Hundehalter leichter gesagt als getan, seit es für die gemeindeeigenen Tütchenspender neue Tütchen gibt. Die sollen nach Aussage der Herstellerfirma besonders umweltverträglich sein. Und sparen der Gemeinde dazu noch eine Menge Geld, denn sie haben leider einen Haken: Man bekommt sie kaum aus den Spendern heraus. Daher sind die Spender immer gut gefüllt und die Gemeinde muss seltener Tütchen nachkaufen. Wir ziehen normalerweise jeweils mehrere Tütchen, da unsere Zwergpinscher ihr großes Geschäft meist nicht nur an einer Stelle erledigen. Leider ist das mit den neuen Tütchen mühsam bis unmöglich. Häufig hat man statt einer ganzen Tüte nur ein kleines Stück davon in der Hand, und dass es durchaus auch anderen Leuten so geht, sieht man an den Fetzen, die an den Tüten im Spender herunterhängen. Heute zum Beispiel bin ich leer ausgegangen, obwohl ich mein Glück wirklich mit allen Tricks versucht habe. Mit den Tütchen, die früher zur Verfügung standen, hatte man dieses Problem nicht, sie ließen sich selbst bei niedrigen Temperaturen mit entsprechend klammen Fingern leicht ziehen. Waren aber vielleicht nicht so umweltverträglich und darauf kommt es ja schließlich an, und nicht etwa darauf, dass sie ihren Zweck erfüllen, nicht wahr?
Auf unseren Computern läuft ja mittlerweile ausschließlich Windows 7 - aber auf die schwäbische Version, bei der z.B. “Gschäft” statt “Arbeitsplatz” steht, warte ich immer noch. Ja, so heißt das hier - egal ob der Fabrikarbeiter in die Fabrik, die Sekretärin ins Büro oder der Redakteur in die Redaktion geht, sie alle gehen “ins Gschäft”. Das kann Reigschmeckte schon mal verwirren
Es ist hier oben natürlich nichts Besonderes, wenn Mitte Januar Schnee liegt. Ich hatte mich allerdings durch die Sonne in dieser Woche dazu verleiten lassen, meine Wäsche auf dem Balkon zu trocknen. Was zunächst einmal auch gar keine schlechte Idee war, einige Teile war tatsächlich ziemlich schnell trocken und ich konnte sie wieder abhängen. Der Rest allerdings bekam noch einmal eine Schneeschicht ab. Nun ja, ich hatte auch im Regen schon Wäsche draußen hängen und es ist kein Grund, zu verzagen. Irgendwann wird sie trocken. Zur Zeit dauert es mir allerdings zu lange, weshalb ich den Wäscheständer doch erstmal wieder ins Haus geholt habe. Da wir nämlich während der letzten Tage lieben Besuch aus meiner alten Heimat hatten (leider konnten sie nur zwei Nächte bleiben), ist jetzt Bettzeug und Handtücher waschen angesagt und da ich nur zwei Wäscheständer habe – die normalerweise völlig ausreichen – muss sich die derzeitige Wäsche eben etwas beeilen mit dem Trocknen!
Morgendlicher Blick von unserem Balkon:

Am Sonntag ist bereits der 1. Advent, also sollte ich unbedingt in dieser Woche noch die Wohnung weihnachtsfein machen. Allerdings habe ich keine Lust dazu. Nicht, dass mir plötzlich die Freude an Weihnachten vergangen ist. Noch im letzten Jahr konnte ich es kaum erwarten, bis ich endlich schmücken durfte (normalerweise warte ich bis nach dem Totensonntag), denn eigentlich gehöre ich zu den echten Weihnachtsfans.
Es ist schlicht und ergreifend eine Wetterfrage. Während es in den meisten Jahren um diese Zeit ja schon empfindlich kühl ist, sieht es in diesem Jahr anders aus. Es ist meist sonnig und sehr warm für die Jahreszeit. Und ich komme einfach nicht in Stimmung. Anderen Leuten geht es offensichtlich genauso, denn ich habe noch nirgendwo in den Fenstern Weihnachtsschmuck gesehen. Stattdessen läuft der Nachbar in kurzen Hosen draußen herum – was ich allerdings nicht täte, denn dafür ist es nun doch nach meinem Geschmack etwas zu kalt.
Na ja, vielleicht wird es dieser Woche ja noch was mit der Weihnachtsstimmung!
Von wegen – Stetten am KALTEN Markt! Mittlerweile ist es fast Mitte November und die Sonne macht noch immer kaum eine Pause. Gelegentlich gibt es zwar sogar auf der Hochebene der Schwäbischen Alb, wo wir leben, dichten Nebel, der (wie heute zum Beispiel), den ganzen Tag nicht verschwindet und eine eiskalte Feuchtigkeit verbreitet, so dass man schon keine Lust mehr hat rauszugehen. Aber meistens ist es eben sonnig und ein schöner goldener Herbst, der sich manchmal fast nach Spätsommer anfühlt. Ach ja, und seit drei Tagen habe ich einen Mückenstich – hatte ich während der 45 Jahre meines Lebens noch nie um diese Jahreszeit!
Auf dem Stettener Oktober war ich jetzt zum dritten oder vierten Mal und finde es immer wieder schön. Der “Oktober” ist eine jährliche Kombination aus Gewerbeschau, Bauernmarkt und verkaufsoffenem Sonntag. Er ist das zweite Highlight neben dem Wildensteiner Jahrmarkt in Leibertingen, der in diesem Jahr zwar stattfand, aber leider von starkem Regen begleitet war, weshalb ich nicht hingefahren bin. Hier in Stetten hatten wir allerdings Glück. Es regnete nicht und ab und zu kam sogar die Sonne heraus.
Auf dem “Oktober” in Stetten war ich zum ersten Mal 2008, kurz nach meinem Umzug nach Mühlheim, noch nicht ahnend, dass ich bereits zwei Jahre später hier wohnen würde
Was meine Fotos angeht, die entsprechen wie immer meinem persönlichen, vielleicht etwas ungewöhnlichen Blickwinkel - wenig Menschen(massen), mehr Dinge. Wer “normale” Fotos sehen möchte, findet eine Bildergalerie auf der Website des Südkurier














